SONDERURLAUB

Regelungen für den Sonderurlaub beim Umzug

Gesetzes-Grundlagen für Sonderurlaub zum Umzug

Wohl jeder hat bereits von einem Recht auf Sonderurlaub aufgrund eines Umzugs gehört. Doch was ist dran an dieser Aussage? Ein Sonderurlaub wird laut Gesetz dann gewährt, wenn die Ursache unverschuldet ist und nur für unerhebliche Zeit von der Arbeit abhält. Ein Umzug fällt darunter leider nicht. Um diese Frage zu beantworten stellt sich außerdem die Frage, ob der Umzug aufgrund Ihres Jobs anfällt und ob er aus wichtigen Gründen während der Arbeitszeit stattfinden muss. Wenn dem so ist, haben Sie meist den Anspruch auf einen oder zwei Tage Sonderurlaub – dies trifft aber nur bei einem Arbeitsort- und nicht bei einem Arbeitgeberwechsel zu. Eine konkrete gesetzliche Regelung dazu gibt es nicht. Arbeiten Sie im öffentlichen Dienst und mussten innerhalb der letzten 5 Jahre bereits betriebsbedingt umziehen, haben Sie sogar Anspruch auf drei Sonderurlaubstage. Wenn der Umzug aus privaten Gründen stattfindet, gibt es keine gesetzliche Regelung, dass dem Umziehenden ein Sonderurlaubs-Tag zusteht.

Ausnahme-Regelungen

Auch wenn rein gesetzlich kein Urlaubsanspruch für den Umzug besteht, so gibt es – wie bei beinahe jeder Regelung – auch hier Ausnahmen. Prüfen Sie deshalb die vertraglich festgelegten Gründe für Sonderurlaub, im Zweifel kann Ihnen hier die Personalabteilung oder auch der Betriebsrat Auskunft geben. In manchen Arbeitsverträgen, Tarifverträgen oder auch Betriebsvereinbarungen findet sich eine Klausel, die eine bezahlte Freistellung aufgrund des Umzugs ermöglicht. Besonders häufig lassen sich solche Regelungen in Branchen mit starken Gewerkschaften finden, beispielsweise der IG Metall. Mitarbeiter dieser Branche erhalten zum Beispiel für den Umzug einen Tag Sonderurlaub, unabhängig ob der Umzug aus betrieblichen oder persönlichen Gründen stattfindet. Wenn nichts festgeschrieben wurde, Sie aber von Kollegen schon häufig mitbekommen haben, dass der Tag Sonderurlaub zugesagt wurde, haben Sie aufgrund der „betrieblichen Übung“ gute Chancen auf einen bezahlten freien Tag.

Sollte auch dies nicht zutreffen, gibt es im Gesetzestext dazu lediglich die Aussage, dass der Sonderurlaub nur dann genehmigt werden muss, wenn Sie unverschuldet umziehen müssen und dafür einen unerheblichen Zeitaufwand haben.

Tipps für den Urlaubstag beim Umzug

Wenn Sie aus persönlichen Gründen umziehen und aufgrund Ihres Arbeitsvertrags kein Recht auf einen Sonderurlaubstag haben, müssen Sie wohl oder übel auf Ihr „privates“ Repertoire zugreifen: eine unbezahlte Freistellung, einen Urlaubstag oder der Abbau von Überstunden. Sollten Sie für Ihren Umzug keine dieser Möglichkeiten in Betracht ziehen, bleibt meist nur ein Umzug am Wochenende. Beachten Sie dabei jedoch unbedingt, dass Fahrzeugvermietungen und Umzugsunternehmen am Wochenende selbstverständlich ebenfalls gerne für Sie da sind, häufig aber höhere Preise abrufen. Eventuell lohnt es sich bei dem entsprechenden Preisunterschied doch, auf einen freien Tag zurückzugreifen. Planen Sie den Umzugstag außerdem rechtzeitig, dass Ihnen nicht ein Kollege zuvor kommt. Wenn Sie mit einem Umzugsunternehmen umziehen, wird der Umzug in der Regel auch deutlich schneller abgewickelt als wenn Sie diese Aufgabe alleine stemmen. So können Sie außerdem Urlaubstage sparen.